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Hochwasserschutz

Status der Maßnahmen

 
Ein solches Rückhaltebecken wird künftig den Oberbergbach zügeln 
Ein solches Rückhaltebecken wird künftig den Oberbergbach zügelnEin solches Rückhaltebecken wird künftig den Oberbergbach zügeln
 

„Die neue Kirschenhalle stand knietief unter Wasser!“ – „Das Rückhaltebecken Oberberg ist der finanziellen Belastung durch das Sport- und Veranstaltungszentrum zum Opfer gefallen.“ – „Das Geld wird für Großprojekte budgetiert, mit denen sich Bürgermeister Höfer selbst verwirklicht.“ – „In einer Gemeinde die keine Schulden hat muss es doch möglich sein, Geld für Sofortmaßnahmen zu haben anstatt nur Prestigeobjekte zu finanzieren!“

Solche und ähnliche Behauptungen musste sich der Bürgermeister in letzter Zeit häufig anhören. Leider gibt es in unserer Gemeinde bestimmte Kräfte, denen mehr daran liegt politisches Kleingeld zu wechseln und gezielt Unwahrheiten zu verbreiten, anstatt sich für ein Fortkommen von Hitzendorf einzusetzen. Aus reiner Schadensfreude rückten da manche beim letzten Hochwasser mit dem Fotoapparat aus, um dann auf Hochglanz dem Bürgermeister die Verantwortung für die Überschwemmungen zuzuschreiben und ihn der Unfähigkeit und des Unwillens zu bezichtigen.

Solche Anfeindungen ändern aber allesamt nichts an der Tatsache, dass der Bürgermeister und somit die Gemeinde keine andere Möglichkeit hat, als sich bei den zuständigen Stellen weiterhin mit Vehemenz und Beharrlichkeit für ein besseres Gehör und eine schnellere Umsetzung in Bezug auf die außer Zweifel stehenden und erforderlichen Schutzbaumaßnahmen einzusetzen. 
 
Dort wo wir als Gemeinde alleine etwas bewegen können, wird alles so schnell als möglich gemacht. Dort wo wir jedoch auf das Land und den Bund angewiesen sind, können wir nur unsere finanziellen Beiträge unbürokratisch und sofort zur Verfügung stellen und unsere „Hausaufgaben“ (meist Grundstücksverhandlungen) umgehend erledigen. 
 
 
Rückblick

Als die Unwetterereignisse 2005 erstmals zu schweren und großflächigen Überschwemmungen im Gemeindegebiet führten, hat Bürgermeister Höfer umgehend klar gestellt, dass er großen Wert darauf legt, entsprechende Hochwasserschutzmaßnahmen vordringlich umzusetzen. Dieses Ziel verfolgt er nach wie vor konsequent!

Als unmittelbare Folge wurde damals das Technische Büro Ing. Claus Egger beauftragt, Variantenstudien mit konkreten Lösungsvorschlägen für die betroffenen Ortsteile Mayersdorf (Gratregerbach Richtung Trummer), Berndorf (Schüttingbach Österreich Richtung Berndorf), Altreiteregg (Mühlbach Richtung Hanlosiedlung) und Hitzendorf (Wehranlage bis Oberbergbach) zu erstellen. Die Kosten für diese aufwendigen Vorarbeiten hat selbstverständlich zur Gänze die Marktgemeinde Hitzendorf getragen.

Nur dadurch konnten den Bürgerinnen und Bürgern sowie den zuständigen Stellen bei Land und Bund schon eineinhalb Jahre später fertig erarbeitete Lösungsvarianten präsentiert werden. Bedauerlich ist bis heute, dass bei der Präsentation im Februar 2007 bei den ortschaftsweise abgehaltenen Bürgerversammlungen nur sehr wenige Betroffene und Interessierte teilgenommen haben.

Bei diesen Versammlungen wurde nämlich unmissverständlich dargelegt, dass es sich fast überall um öffentliche Gewässer im Besitz des Landes Steiermark handelt und es daher in erster Linie gilt, die Aufnahme in die entsprechenden Sanierungs- und Finanzierungsprogramme von Land und Bund zu erreichen. Zudem ist es bei solchen Projekten immer förderlich, dem Land einen gewissen Nachdruck aus der Bevölkerung nachweisen zu können.

Unabhängig davon wurde seitens der Gemeinde aber trotzdem alles getan, um zu langfristig nachhaltigen Lösungen oder zumindest zwischenzeitigen Verbesserungen zu kommen.

Hier die bisherigen Maßnahmen im Einzelnen:
 
 
Abgeschlossen: Steringbrücke
Neue Brücke 
Neue BrückeNeue Brücke
 
Aufgrund des Alters der Steringbrücke (Reitereggweg) waren die bestehenden Schäden nicht mehr mit vertretbarem Aufwand zu sanieren und hätte die Brücke einem weiteren Hochwasser wohl nicht mehr standgehalten. Gemeinsam mit der Gemeinde Rohrbach-Steinberg wurde daher an selber Stelle eine neue Brücke errichtet. Die Marktgemeinde Hitzendorf übernahm mit rd. € 45.000 die Hälfte der anfallenden Kosten.
 
 
Abgeschlossen: Wegebrücke
Sanierte Brücke 
Sanierte BrückeSanierte Brücke
 
Die Wegebrücke (Liebochtalweg) wies massive Unterspülungen und Schäden auf. Aus Sicherheitsgründen musste sie daher einer aufwendigen Sanierung unterzogen werden. Dank dessen hat sie auch die diesjährigen Überschwemmungen unbeschadet überstanden. Die Sanierungskosten von rd. € 25.000 hat die Gemeinde getragen.
 
 
Abgeschlossen: Durchlass Gewerbepark
Durchlass 
DurchlassDurchlass
 
Durch einen zusätzlichen großen Durchlass, unmittelbar vor dem Gewerbegebiet Süd, wurde der Wasserabfluss in diesem Bereich entscheidend verbessert. Kostenpunkt rd. € 15.000. 
 
Abgeschlossen: Rückbau Wehranlage
Rückbau 
RückbauRückbau
 
Die sanierungsbedürftige Wehranlage des Liebochbaches wurde rückgebaut. Durch die Absenkung des Wasserspiegels und die Aufweitung des Durchflusses ist in diesem Bereich nun eine wesentliche Verbesserung des Hochwasserabflusses gewährleistet und die ständige Verklausungsgefahr endgültig beseitigt. Dabei hatte die Gemeinde mit rd. € 36.000 ein Drittel der Kosten zu tragen. Ohne den Rückbau in Kombination mit dem neuen Durchlass wären die Auswirkungen der diesjährigen Hochwässer für den Gewerbepark, das Sportzentrum und den Bereich Hitzendorf Nord noch weitaus schlimmer gewesen. Es hätte sich ein noch größerer Rückstau gebildet und die Wassermassen aus dem Oberbergbach bzw. aus Stiwoll hätten nicht so rasch abfließen können.
 
 
Abgeschlossen: Gesundheitszentrum
Durchlässe Tosbecken 
Durchlässe TosbeckenDurchlässe Tosbecken
 
Die bestehende Verrohrung unter der Abfahrt von der L 301 wurde um eine zweite Verrohrung und um ein Tosbecken ergänzt. Die Verbesserungsarbeiten wurden von der Baubezirksleitung Graz-Umgebung finanziert und durchgeführt. Die Gemeinde hat vom neuen Tosbecken bis zum bestehenden Einlaufbauwerk zusätzlich einen befestigten Damm errichtet. Dadurch wurde die Abflusssituation im Bereich des Gesundheitszentrums verbessert und ist nun auch der obere Teil des Gewerbeparks (Bauzentrum) geschützt.
 
 
In Vorbereitung: Altreiteregg/Berndorf/Mayersdorf
Altreiteregg 
AltreitereggAltreiteregg
 
 
Berndorf 
BerndorfBerndorf
 
 
Mayersdorf 
MayersdorfMayersdorf
 

In Altreiteregg, Berndorf und Mayersdorf sind aus topografischen, wasserbautechnischen und wirtschaftlichen Gründen dzt. jeweils Längsausbauten der Gerinne vorgesehen. Nur dafür wurden von Land und Bund entsprechende Fördermittel in Aussicht gestellt. Diese drei Projekte gestalten sich jedoch extrem schwierig: Zum einen gibt es noch immer nicht alle Zustimmungen der Grundeigentümer für die Abtretung der erforderlichen Grundstücke. Zum anderen stocken die Verhandlungen mit den zuständigen Behörden in Bezug auf Finanzierung und Erteilung der Bewilligungen (Wasserrecht, Naturschutz etc.) - es gibt österreichweit dzt. einfach zu viele noch dringendere Projekte als jene von Hitzendorf.

Für die Bereiche Altreiteregg, Berndorf und Mayersdorf drängt der Bürgermeister daher weiterhin mit Nachdruck auf die Umsetzung von förderbaren Lösungen. Es besteht auch Aussicht, dass diese 3 Projekte nach Abschluss des Rückhaltebeckens Oberberg rascher als bisher vorankommen. Aber auch wenn die vom Land in Aussicht gestellten Lösungen im Endeffekt nicht durchsetzbar sein sollten, wird die Gemeinde die betroffenen Bürgerinnen und Bürger in diesen Bereichen nicht alleine lassen! Aus Sicht der Gemeinde ist auch nach wie vor zu diskutieren, ob im einen oder anderen Bereich auf lange Sicht (Wetterentwicklung) nicht doch Rückhaltebecken die nachhaltigere und „pflegeleichtere“ Variante gegenüber den Längsausbauten darstellen würden – immer natürlich vorausgesetzt, dass die benötigten Grundstücke zu fairen Preisen erworben werden können.

Als besonders schwierig erwies sich das Projekt Mayersdorf, weil es sich um ein privates Gerinne handelt. Nach dem dort eine erste Verbesserung umgesetzt wurde (erfolgreicher Objektschutz durch Errichtung von Durchlässen durch die Landesstraße und Ableitung des Wassers auf landwirtschaftliche Flächen), musste diese aufgrund von Beschwerden betroffener Landwirte teilweise wieder zurückgebaut werden (trotz ursprünglicher Zustimmungen). Weiters kam es zu einer Anzeige wegen einer nicht bewilligten Schüttung bei der Wasserrechtsbehörde des Landes. Die Wasserrechtsbehörde hat eine umfassende Analyse aller bisher von Privatpersonen durchgeführten nicht bewilligten Schütt- und Baumaßnahmen sowie die Einleitung eines Wasserrechtsverfahrens angekündigt, was somit die sofortige Einstellung jeglicher weiteren Baumaßnahmen in diesem Bereich zur Folge hatte. Unter Federführung der Wasserrechtsbehörde wird hoffentlich eine endgültige Lösung für diesen Bereich entwickelt werden können.

 
In Umsetzung: Oberberg-Hitzendorf
Grundeinlöseplan 
GrundeinlöseplanGrundeinlöseplan
 
 
Lageplan Damm 
Lageplan DammLageplan Damm
 
 
Dammschnitt 
DammschnittDammschnitt
 
 
Grundriss Damm 
Grundriss DammGrundriss Damm
 
 
Schnitt Tosbecken 
Schnitt TosbeckenSchnitt Tosbecken
 

Beim Oberbergbach haben Bund und Land aufgrund der Vielzahl der 2005 beschädigten Wohnobjekte eine rasche Umsetzung und die finanzielle Förderung für die Errichtung eines Rückhaltebeckens zugesichert. Um nur ansatzweise die Arbeiten darzulegen, die für ein derartiges Projekt notwendig sind, finden Sie hier eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Projektentwicklung.

Zwischen jedem dieser Schritte liegen unzählige Vorsprachen und Telefonate. Nur diesen ist es zu verdanken, dass dieses Projekt schon so weit fortgeschritten ist. Aufgrund des neuerlichen Hochwassers vom Freitag, 3.7.2009 war Bürgermeister Höfer am Montag, 6.7.2009 im Amt der Steiermärkischen Landesregierung und hat wiederum massiv die endliche Umsetzung des versprochenen Hochwasserrückhaltebeckens urgiert. Er hat dieses Mal eine sehr direkte Sprache gesprochen, wonach es nicht sein kann, dass die Gemeinde und der Bürgermeister alles Erforderliche unternimmt, es beim Land jedoch aus taktischen, personellen und finanziellen Gründen immer wieder zu Verzögerungen kommt.

Diesmal hat man seitens des Landes versprochen, dass nun alles sehr rasch gehen werde: Das Projekt Hitzendorf habe ab sofort oberste Priorität! Die von Egger-Terneak bereits fertig gestellte Einreichdetailplanung wird von der FA19B umgehend freigegeben und es kann daher sofort bei der BH Graz-Umgebung um die wasser- und naturschutzrechtliche Genehmigung angesucht werden. Gleichzeitig, ohne die wasser- und naturschutzrechtlichen Bewilligungsbescheide abzuwarten, wird im zuständigen Bundesministerium um die technische und finanzielle Genehmigung angesucht.

Zeitgleich wird auch bereits an der öffentlichen Ausschreibung der Bauleistungen gearbeitet, sodass diese schon bald im Amtsblatt für die Steiermark (Grazer Zeitung) ausgeschrieben werden können. Die Auftragsvergabe an die bestbietende Firma soll innerhalb kürzestmöglicher Zeit erfolgen, sodass lt. Herrn Hofrat DI Hornich (Leiter der FA19B) tatsächlich noch im Oktober 2009 mit dem Bau begonnen werden kann. Auch der Bezirkshauptmann DDr. Thierrichter hat dem Bürgermeister am 6.7.2009 die besonders dringliche Abwicklung des wasser- und naturschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens zugesagt.

Als Gemeinde können wir aber wieder nur hoffen, dass diesmal alle Versprechen gehalten werden! Allen bisher Beteiligten sei hier jedenfalls nochmals für die vielfachen Unterstützungen gedankt. Vor allem den Grundeigentümern, die die erforderlichen Flächen so rasch und selbstverständlich zur Verfügung gestellt haben – gerade an diesem Punkt hängen derartige Projekte ja oft jahrelang!
 
 
Resümee Hochwasserschutz

Wir glauben dieser Bericht zeigt, dass uns doch schon Beachtliches gelungen ist. Es kann aber nicht sein, dass in der Öffentlichkeit ständig der Gemeinde bzw. dem Bürgermeister die Schuld zugeschoben wird, wenn derartige Projekte nicht blitzartig umgesetzt werden können.

Wie jeder private Häuslbauer oder Unternehmer, kann auch die öffentliche Hand (Gemeinde) nicht zu bauen beginnen, bevor alle erforderlichen Genehmigungen da sind und die Finanzierung gesichert ist!

Leider schlägt jedoch auch beim Hochwasserschutz das täuschend gleiche Muster wie beim Verkehrsberuhigungsprojekt durch: Wenn etwas nicht gleich geht, werden von gewissen politischen Gruppierungen in Hitzendorf populistische Beiträge und Unwahrheiten unter die BürgerInnen gebracht und der Bürgermeister angefeindet. Reiner Populismus und Ungeduld ist aber zuwenig um Erfolge für die Gemeinde zu erzielen! Wäre es nicht besser, die Kräfte zu bündeln und sich gemeinsam für ein Fortkommen der Gemeinde einzusetzen?

Deshalb eine abschließende Bitte an alle Bürgerinnen und Bürger: Trotzen Sie Gerüchten und informieren Sie sich persönlich. Alle 21 Gemeinderäte sind grundsätzlich über den Status der Gemeindeprojekte informiert und holen auch gerne weiterführende Erkundigungen für Sie ein! Sie können sich aber auch im Marktgemeindeamt über den Stand der Dinge informieren.

Was können Sie tun, um Ihr Eigentum vor Überflutungen zu schützen? »

Was können Sie tun, wenn Sie an Ihrem Eigentum Unwetterschäden erlitten haben? »

 
Link:

http://hitzendorf.gv.at/cms/beitrag/10020331/7764/